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Nürtinger Zeitung v. 2.07.2011

Härtling-Gymnasium ist am Ziel

Nürtinger Zeitung v. 18.04.2011

Nürtinger Privatschule feierte die staatliche Anerkennung in der Aula der Hochschule für Kunsttherapie

Seit gut drei Jahren gibt es das Nürtinger Peter-Härtling-Gymnasium. Zum Jahresbeginn hat die Privatschule die staatliche Anerkennung bekommen. Aus diesem Anlass feierten am Donnerstagabend Schüler, Eltern und Lehrer der Schule gemeinsam mit zahlreichen Gästen. Darunter war auch der Namenspatron der Schule.


VON PHILIP SANDROCK

 

Namenspatron Peter Härtling im Gespräch mit Isolde Schnabel, Wolfgang Glatthaar und Thaddäus Kunzmann (von links) Foto: Holzwarth

NÜRTINGEN. Das Peter-Härtling-Gymnasium hat eine wichtige Hürde geschafft. Die Nürtinger Privatschule wurde zum Beginn des Jahres staatlich anerkannt. Damit ist sie nun auch berechtigt, Prüfungen abzuhalten und anerkannte Zeugnisse auszustellen. Deshalb hatte die erste genossenschaftlich organisierte Schule Württembergs zum Festakt geladen. Da die Räume für die zahlreichen Gäste zu eng waren, musste man in die Nachbarschaft ausweichen. Die Feier fand in der Aula der Hochschule für Kunsttherapie statt. Die bunte Veranstaltung wurde von einem Schülerinnenchor umrahmt. Die Moderation übernahmen Konstantin Kamp (Klasse 6) und Lucas Boucke (Klasse 10).

„Heute ist für uns ein großer Tag“, betonte Schulleiterin Isolde Schnabel. Die staatliche Anerkennung sei ein historischer Tag in der Geschichte der Schule. Aus dem hässlichen Entlein sei nun ein stolzer Schwan geworden. Die Startschwierigkeiten seien nun überwunden. „Manche Menschen ziehen in den Dschungel auf der Suche nach einem Abenteuer, andere gründen eine Schule“, fasste sie die vergangenen drei Jahre bildhaft zusammen. Maßgeblich für den Gründungserfolg sei die Arbeit von Sonngard Leopold und Karl-Ulrich Kazenwadel gewesen. Auch die Hilfe von Professor Wolfgang Glatthaar, ehemaliger Präsident der Privatuniversität Witten/Herdecke, habe zur „Professionalisierung des Schulmanagements“ beigetragen. Besonders freute sie sich darüber, dass der Namenspatron der Schule und Schriftsteller, Peter Härtling, zum Festakt kam.

„Meinen Respekt haben Sie schon dafür, dass Sie die ersten drei Jahre durchgehalten haben“, sagte der frisch gewählte CDU-Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann. Er war als Festredner für Kultusministerin Marion Schick eingesprungen. Man habe sich zur Schulgründung gefragt: „Wer ist das und was wollen sie?“, schilderte er. „Und dann kamen Sie, Herr Härtling“, fügte er hinzu.

Privatschulen müssten sich von staatlichen Schulen insofern abgrenzen, dass sie pädagogische Vorreiter sind. Gute Bildung sei die wichtigste Herausforderung für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig müsse aber auch die Weiterbildung Erwachsener forciert werden, um drohendem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Aufgabe von Bildung müsse aber auch sein, die schwachen Schüler zu fördern. „Die guten Schüler werden immer ihre Chance bekommen.“ Es seien diejenigen aus schwierigen Verhältnissen, um die man sich kümmern müsse. Deshalb halte er es für kritisch, wenn die künftige Landesregierung Lehrerstellen einsparen wolle.

Oberbürgermeister Otmar Heirich betonte, dass er sich sehr über die Anerkennung der Schule gefreut habe. Die Gründung einer Privatschule in Nürtingen sei überfällig gewesen. Sie zeige, dass man Pluralität im Schulsystem brauche. „Es ist gut und richtig, dass Sie dahinter stehen“, wandte er sich an Namenspatron Härtling Das Privatgymnasium sei eine weitere Facette in der Nürtinger Bildungslandschaft.

„Dass ich heute hier sprechen darf, sagt eigentlich schon alles, was es zu sagen gibt“, sagte Moderator Lucas Boucke. Die Meinung der Schüler werde ernst genommen und respektiert. Gemäß dem Schulmotto „Lernt voneinander zu lernen und miteinander umzugehen“, natürlich ein Zitat Härtlings, stehe Respekt und Anerkennung im Vordergrund. „Ich darf jeden Tag die Auswirkungen dieses Satzes erleben“, so Boucke.

„Wir wollen uns von anderen Schulen abheben“, lautete das Fazit des Elternbeiratsvorsitzenden Wilfried Wenzelburger. Er schenkte Schulleiterin Schnabel und Vorstandsmitglied Professor Wilhelm Ruckdeschel in Anspielung auf die turbulente Gründungsphase bunte Schirme. „Bei Sonne und Regen schützen sie, geschlossen kann man sie auch als Gehhilfe benutzen.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende der Schulgenossenschaft, Knut Erpenbach, beleuchtete die unternehmerische Seite des Schulalltags. Die 112 Mitglieder hätten in den vergangenen drei Jahren rund zwei Millionen Euro in die Bildungseinrichtung gesteckt. Jeder könne sich einbringen. „Überall wird Hilfe und Unterstützung gebraucht“, so Erpenbach.


PRESSEMITTEILUNG 15. April 2011

Bereicherung der Schullandschaft im Großraum Stuttgart" 200 Gäste bei Anerkennungsfeier des Peter-Härtling-Gymnasiums Nürtingen

NÜRTINGEN. Mit rund 200 Gästen aus Politik, Bildung und Wirtschaft hat das Peter- Härtling-Gymnasium (PHG) in Nürtingen am Donnerstag (14. April) seine staatliche Anerkennung gefeiert: Seit Januar dieses Jahres ist das Privatgymnasium allen staatlichen Gymnasien gleichgestellt. Festredner Thaddäus Kunzmann, der für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Nürtingen geholt hat, würdigte insbesondere das Lernkonzept der Schule: Es basiert auf einer individuellen Förderung jedes einzelnen Schülers, gewährleistet durch ein professionelles Mentorensystem, kleine Klassen, mehr Unterricht in den Kernfächern, einem verlässlichen Ganztagesrhythmus, Hausaufgabenbetreuung durch Fachlehrer sowie speziellen Programmen zum Training von Sozialkompetenz und zum Aufbau von Selbstvertrauen.

 

Einmalig ist auch das Fach Kulturkunde, das im PHG in allen Klassenstufen verbindlich gelehrt wird.

"Ich sehe das Peter-Härtling-Gymnasium mit seinem Profil als Bereicherung der Schullandschaft im Großraum Stuttgart", betonte Thaddäus Kunzmann. "Es bietet seinen Schülern überdurchschnittlich viel Raum für interkulturelle Bildung, naturwissenschaftliche Experimente und die Stärkung der individuellen Persönlichkeit." Auch Otmar Heirich, Oberbürgermeister der Stadt Nürtingen, hob in seinem Grußwort hervor, dass er das PHG als Erweiterung des Schulangebots seiner Stadt sehr begrüße. Er erhielt - ebenso wie alle Ehrengäste des Abends - einen Elefanten überreicht, das Wappentier der Schule: klug, stark, sozial.

Schriftsteller und Namensgeber Peter Härtling, der in Nürtingen aufgewachsen ist, war sichtlich stolz auf das, was die Schule seit ihrer Gründung im September 2007 erreicht hat: Schüler präsentierten ihr vielseitiges Können und ihre Freude in einer ebenso bunten wie beeindruckenden Palette an Aufführungen und Objekten während des Festakts sowie anschließend im Schulhaus. Isolde Schnabel, die seit dem 30. März 2009 der Schule vorsteht, hat in ihrem Rückblick allerdings auch nicht verhehlt, mit wie viel Aufbauarbeit - inklusive Wirren und Irrungen - die Umsetzung des besonderen Schulkonzepts verbunden war. Für die staatliche Anerkennung, die frühestens drei Jahre nach Gründung beantragt werden kann, mussten unter anderem ein eigener Chemiesaal gebaut, diverse Curricula entwickelt, das Lehrerkollegium optimiert werden und die Finanzierung gesichert sein.

"Eine Privatschule aufzubauen, ist keine Kleinigkeit", ergänzte Professor Wilhelm Ruckdeschel, der die Schule mit geboren hat und heute Vorstand des Schulträgers ist, der gemeinnützigen Genossenschaft Peter-Härtling-Privatgymnasium Nürtingen eG ist. Die Anteile der Genossenschaft werden überwiegend von den Eltern der PHG-Schüler gehalten; auch das ist einmalig in Baden-Württemberg. "Mit der Idee, das Gute der staatlichen Schulen zu übernehmen, die offiziellen Lehrpläne umzusetzen und die Defizite vieler Staatsschulen ins Positive umzukehren, ist es nicht getan", sagte er. "Der Schulbetrieb muss organisiert und finanziert werden und Eltern, die das Risiko auf sich nehmen, ihre Kinder in eine ganz neue Schule - zunächst ohne staatliche Anerkennung - zu geben, erst gefunden werden." Von daher seien er, der Aufsichtsrat mit dem Nürtinger Unternehmer Knut Erpenbach als Vorsitzendem und auch die Schulleitung heute froh, in der Lage zu sein, sowohl Schüler als auch Lehrer auswählen zu können. "Wir haben inzwischen ein klares Profil - wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", betonte Professor Ruckdeschel. Der Vorsitzende des Elternbeirats Wilfried Wenzelburger bestätigte diese Aussage: "Die Schulgemeinschaft hat sich jetzt gefunden, wir leben ein sehr konstruktives und intensives Miteinander von Lehrern, Schülern und Eltern - gemäß unserem Leitbild, das nicht nur auf dem Papier existiert."

Das Gymnasium zählt inzwischen 80 Schüler in den Klassen 5 bis 10. Sie kommen aus einem Umkreis von rund 40 Kilometern in die direkt zwischen Busbahnhof und Bahnhof sehr verkehrsgünstig gelegene Schule, unter anderem aus Metzingen, Reutlingen, Kirchheim unter Teck, Göppingen, von den Fildern, Esslingen, Plochingen und Nürtingen. "Das Interesse an unserer Schule nimmt kontinuierlich zu", freute sich Isolde Schnabel, "der nächste Infosonntag, zu dem wir alle interessierten Schüler und Eltern herzlich einladen, ist am 15. Mai". "Schule soll Spaß und keine Angst machen. Wir wollen unsere Schüler mit großem Selbstvertrauen zum Abitur führen - das halte ich bei G8 für besonders wichtig."





Nürtinger Zeitung Juli 2010


Nürtinger Zeitung 7.06.2010

PHG auf der Zielgerade? Nürtinger Zeitung vom 8.10.2009